Ein rasanter Krimi aus dem Norden Schwedens, der mich von Anfang an gefesselt hat. Eine Gruppe von Forschenden begibt sich auf eine Expedition, um eine bisher kaum erforschte Elchart zu studieren. Was als wissenschaftliche Reise beginnt, entwickelt sich rasch zu einem albtraumhaften Abenteuer, als die Gruppe auf dunkle Geheimnisse stösst. Dinge, die besser in Ruhe gelassen worden wären. Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf und wird zunehmend düster. An manchen Stellen ging sie mir so nahe, dass ich die Spannung fast körperlich spüren konnte.
Besonders hervorzuheben ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin meisterhaft einfängt. Die schwedische Dunkelheit wird auf eine Weise beschrieben, die einen fast erdrückt. Ich konnte förmlich die kalte, klaustrophobische Stimmung der nordischen Landschaft spüren, was die Geschichte noch intensiver machte. Es war so bedrückend, dass ich das Ende lieber bei Tageslicht las, um die düstere Stimmung etwas abzumildern.
Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenfalls sehr gefallen: flüssig, prägnant und ohne unnötige Ausschweifungen. Der Plot ist spannend und originell. Besonders gelungen finde ich, wie die Geschichte mit psychologischen Elementen spielt und sich langsam von einem klassischen Krimi zu einem psychologischen Thriller entwickelt.
Das Ende kam jedoch etwas zu abrupt und ließ mich mit offenen Fragen zurück. Es wäre schön gewesen, wenn der Schluss noch etwas ausführlicher gestaltet worden wäre, um die Entwicklungen noch tiefer zu durchdringen. Trotzdem ist „Spur im Nebel“ ein packender Thriller, der lange nachwirkt. Eine absolute Empfehlung für alle, die düstere, psychologisch komplexe Krimis lieben.