Meine Erwartungen an dieses Buch waren enorm hoch, was tatsächlich ausschliesslich darauf zurückzuführen ist, wie sehr es in buchigen Kreisen als hyper-emotional dargestellt wurde.
Ganz am Anfang dachte ich mir “oh, so etwas lese ich zum 1. Mal”. Das Buch fühlt sich wie ein anhaltend düsterer, unheimlicher und brutaler Albtraum an, aus dem man - egal wie heftig man dagegen ankämpft - einfach nicht aufwacht. Die Autorin hat einen flüssigen, angenehmen Schreibstil und ich fand die Gliederung in drei Teile interessant. Der Grundgedanke zum Weltenaufbau und den Fähigkeiten, mit denen gewisse Charaktere ausgestattet sind, empfand ich als spannend. Wobei das Fantasy-Kind in mir sich ehrlicherweise etwas vernachlässigt fühlt.
Was mich hingegen unheimlich gestört und auch mein Lesevergnügen geschmälert hat, ist die Komplexität: Ich möchte mich fallen lassen und eintauchen, ohne dabei gefühlt nach jeder 2. Seite den Glossar zur Hand nehmen zu müssen. Womit ich ebenfalls Mühe hatte, war die Verbindung von Kaine und Helena. Auf mich wirkte das forciert und an den Haaren herbeigezogen. Dann kam - nach +1′200 Seiten - das Ende. Ich fand es sehr abrupt und einfach nicht so ganz vereinbar mit all dem, was vorher geschehen ist.
Obwohl ich das Buch schon vor einer Weile beendet habe, tue ich mich nach wie vor schwer mit der Bewertung. Für mich persönlich ist es zu lang, man hätte vielleicht eine Dil- oder sogar Trilogie daraus machen können.
Es ist keineswegs eine schlechte Geschichte, nur einfach keine nach meinem Gusto. Ich habe permanent unzählige Gründe gefunden, das Buch zur Seite zu legen und es hat mich im Endeffekt schlichtweg nicht gepackt.