Ungefähr 2500 Jahre vor Christus – Steinzeit. In der großen Ebene in Südwestengland leben Menschen in Gemeinschaften – Hirten, Bauern, Waldvolk und Priesterinnen. Die Menschen sichern sich ihr Überleben mit Tausch, dem Anbau von Weizen oder mit dem Sammeln von Beeren, Nüssen, Blättern und allem sonst, was die Natur an Nahrung bietet. Zwei Mal im Jahr kommen die Menschen am Monument zusammen, zur Sommer- und zur Wintersonnenwende. Die Priesterinnen zelebrieren den Festakt, danach wird getauscht und gefeiert. Der Großteil des Volkes kann nicht zählen, die Priesterinnen haben einen Weg gefunden – zusammen mit dem Sonnengang und anhand eines hölzernen Monuments – dem Jahr eine Anzahl Tage und Wochen zu geben. Missgunst, Eifersucht, Gier und Hungersnot lassen die Menschen zu Barbaren werden und so brannte das hölzerne Monument nicht nur einmal. Joia, eine Priesterin, hat eine Vision: das Monument neu zu bauen, aus grandiosen, großen Steinen, unbrennbar und für die Ewigkeit sichtbar: Stonehenge.
Ich stelle es mir außerordentlich schwer vor, einen Roman über eine Zeit und ein Monument zu schreiben, von welcher es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt, wo vieles auf reiner Annahme aufgebaut ist. Ken Follet ist mit diesem Werk in meinen Augen ein Meisterwerk gelungen. Das Monument – Stonehenge – steht über weite Teile des Buches jedoch nicht im Vordergrund. Viel mehr stehen das Zusammenleben und der Alltag der verschiedenen Lebensgemeinschaften im Mittelpunkt, deren Jahreszyklen und warum offene Beziehungen, über die Gemeinschaft hinaus, damals nicht nur zum Vergnügen gelebt wurden. Die Sprache ist überraschend einfach gehalten, was wiederum sehr gut zu der Zeit, in welcher die Geschichte spielt, passt. Trotz der knapp 700 Seiten kam keine Langeweile auf. Mehrmals wird im Buch vor Gewalt und Brutalität keinen Halt gemacht und detailreicht erzählt, dafür hätte ich mir vorgängig eine Triggerwarnung gewünscht.
Ein gewaltiges Werk voller Mystik, von welchem ich mich sehr gerne in die Steinzeit entführen ließ!