Seit neunzehn Jahren ist Andy Westfield an der Spitze eines angesehenen Filmstudios – sein Job stand bei ihm immer an erster Stelle, sogar noch vor seiner Ehe, die daran scheiterte. Bei Schulaufführungen oder sonstigen Anlässen seiner Tochter glänzte er stets mit Abwesenheit. Als das Studio verkauft wird, verliert Andy seinen Job, obwohl ihm der Posten zugesichert worden war. Ein tiefer Fall; sein Ego ist mehr als nur leicht angeknackst. Weit weg von L.A. versucht er, einen neuen Weg für sein Leben zu finden. Im kleinen Küstenort Winchelsea, zwei Stunden von London entfernt, findet er seinen Rückzugsort. Er stellt eine Hilfe für die Büroarbeit ein: Violet. Als sie eines Abends ein Manuskript ihres unvollendeten Romans liegenlässt, liest Andy die Geschichte und fängt Feuer. Könnte das das Wunder sein, auf das beide hofften?
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.
Andy wusste stets, wie es im Filmbusiness läuft, denn bereits seine Eltern waren in diesem Geschäft: An einem Tag bist Du oben und wirst umjubelt, am nächsten Tag ganz unten und vergessen. Aber dass ihm das passiert, hätte er nicht gedacht, schliesslich war er mit Global Studios seit Jahren sehr erfolgreich. Ein bitterer Tag, als er zur Arbeit erscheint und kurz darauf von zwei Sicherheitsmännern hinauseskortiert wird – entlassen! Seine „Beziehung“ mit dem Filmstar Alana war mit diesem Akt gleich beendet, denn sie umgibt sich nur mit Menschen, die ihr dienlich sein können; ein entlassener CEO ist dies bestimmt nicht.
In Winchelsea, weit weg von zu Hause, versucht er, sich neu zu orientieren. Was will er nun machen? Als Erstes stellt er eine Bürohilfe ein, da es doch sehr viel Administratives zu tun gibt, womit er überfordert ist. Violet macht ihren Job sehr gut, ist zurückhaltend, erzählt nie etwas Persönliches von sich. Als sie eines Abends ein Manuskript liegen lässt, kann er seine Neugier nicht zähmen und liest die Geschichte. Sein altes Ich, das vor seinem Job als CEO ein gefeierter Drehbuchautor war, fängt Feuer: Diese Geschichte muss unbedingt verfilmt werden!
Es tat mir richtig weh, zu sehen, als er wie eine heisse Kartoffel fallengelassen wurde. Eben noch hofiert und dann kennt man ihn nicht einmal mehr – sehr arrogant! Es war für mich nur zu verständlich, dass er zuerst eine Runde in Selbstmitleid baden musste. Als er dann Violet und ihre Geschichte kennenlernt, wird sein Weltbild wieder zurechtgerückt. Gegen Violets Schicksal ist sein Fall nur ein kleiner Klacks. Es hat mir gefallen, dass die Protagonisten bereits Ende Dreissig bzw. Mitte Fünfzig waren. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war sehr ruhig; von mir gibt es 5 Sterne.