„Im Meer waren wir nie“ erzählt in einer poetischen, sanft melancholischen Sprache vom Leben einer namenlosen, einsamen Ich-Erzählerin. Sie kümmert sich nicht nur um die ältere Dame Lili, sondern unterstützt gemeinsam mit deren Enkelin Sophie auch die Betreuung von Sophies Sohn Eric. Meral Kureyshis Roman entfaltet sich dabei so schillernd und fragmentarisch, wie es das Cover bereits andeutet: In einzelnen, präzise gesetzten Momentaufnahmen öffnet sich dem Lesenden nach und nach die Welt der Erzählerin. Aus diesen literarischen Puzzleteilen entsteht ein facettenreiches Mosaik, das ihre Gedanken, Beziehungen und ihre Biografie aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.
Dieses Buch wirkt besonders stark, wenn man es in einem ruhigen Moment am Stück lesen kann – erst dann entfaltet sich der leise, aber beständige Sog, der den Roman auszeichnet.