Ich fand die gesamte Geschichte sehr berührend obwohl sie in nur wenigen Worten geschrieben wurde. Dass das Ende eine moralische Frage aufwirft, finde ich für diese Erzählung sehr gelungen. Von einem historischen Standpunkt betrachtet ist die Selbstjustiz ein interessantes Thema: Die historische Kriminalitätsforschung zeigt, dass Fälle von Kriminalität bei Frauen, insbesondere Mord, genau zu diesem Zeitpunkt rasant abnahmen als es möglich wurde, sich von seinem Ehepartner scheiden zu lassen. Dies zeigt sich auch in dieser Familiengeschichte, bei der die Grossmütter keine andere Möglichkeit sehen, als Selbstjustiz anzuwenden, wohingegen die jüngere Generation ein anderes Verhältnis zu Männern hat.
Diese Erzählung zeigt in wenigen Kapiteln anhand zweier Beispiele von Frauen auf, was passieren kann, wenn Menschen in ihrem Dasein über ein ganzes Leben hinweg unterdrückt und erniedrigt werden. Besonders schön finde ich die Generationengeschichte: Die Enkelinnen leben in einer anderen, moderneren Welt und helfen ihren Grossmüttern, sich aus ihrer Unterdrückung zu befreien.