Ich habe Freakshow als Rezensionsexemplar von Literary Queens erhalten und ja, ich war sofort vom Cover gecatcht. Kurz darauf hat mich der Klappentext endgültig überzeugt: düster, gefährlich, ein Hauch verführerisches Chaos. Genau mein Ding.
Die Geschichte folgt einer jungen Frau, die in einer Welt landet, in der Übernatürliches nicht nur existiert, sondern in Form einer verdrehten, atemlosen Freakshow die Bühne beherrscht. Jeder Auftritt ist gefährlich, jeder Performer besitzt eine unheimliche Fähigkeit, und niemand ist, wie er scheint. Als sie tiefer in dieses düstere Universum hineingezogen wird, merkt sie schnell: Das größte Monster ist nicht zwingend das, was im Rampenlicht steht, sondern das, was sich im Schatten nach ihr ausstreckt.
Das Buch liefert genau das Versprechen, das der erste Eindruck macht: Es ist abgefuckt, atmosphärisch und hat einen ganz eigenen Sog. Die Freakshow selbst ist bildstark beschrieben. Man riecht förmlich den Staub, den Schweiß und die Gefahr, die von der Bühne ausgeht. Die Charaktere sind schräg, faszinierend und haben alle ein dunkles Etwas, das neugierig macht.
Was mir besonders gefallen hat: Die Dynamik zwischen den Figuren. Sie ist roh, intensiv und oft moralisch fragwürdig, aber genau das macht den Reiz aus. Auch die Weltidee funktioniert: düster, sexy, verzogen, irgendwo zwischen Fantasy und Dark Romance. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, temporeich und schafft es, Spannung und Sinnlichkeit gut auszubalancieren.
Schwächen gibt es auch: Manche Wendungen waren vorhersehbar, einige Szenen hätten mehr Tiefe vertragen, und an ein paar Stellen wirkte die Emotionalität etwas gehetzt. Trotzdem verliert die Geschichte nie ihren Drive, und die Atmosphäre trägt auch die schwächeren Momente zuverlässig weiter.
Freakshow ist ein düsterer, verruchter (Low)Fantasy-Trip, der genau das liefert, was man sich vom Setting erhofft: Drama, Anziehungskraft, Gefahr und viel, viel Chaos. Trotz kleiner Schwächen hat es mich komplett unterhalten und definitiv Lust auf mehr gemacht.