Ein Kriminalroman, der in Japan spielt? Da bin ich sofort dabei. Der Klappentext klang überzeugend, das Cover hat mich angesprochen und wenig später sass ich schon mit dem Buch auf dem Sofa. Was soll ich sagen? Ich fand es richtig gut.
Die Handlung spielt an zwei Schauplätzen: auf einer abgelegenen Insel, auf der Studenten eines Krimiclubs eine Woche verbringen, und auf dem Festland, wo parallel ermittelt wird. Diese Wechsel haben mir sehr gefallen, denn dadurch konnte sich die Geschichte Stück für Stück entfalten und Spannung aufbauen.
Wie bei vielen asiatischen Romanen sind die Figuren auch hier nicht extrem tief gezeichnet. Dennoch bekommen sie mehr Raum als erwartet, sodass man sie gut kennenlernen kann. Für mich war das absolut passend, zumal ich diesen Stil bereits kenne und mag.
Besonders begeistert hat mich die Krimiclubidee: Die Studenten tragen allesamt die Namen berühmter Krimiautoren, und hier und da wird auf deren Werke angespielt. Vor allem Agatha Christie wird mehrfach erwähnt und ich finde, dass die Geschichte durchaus mit der Krimi-Queen mithalten kann.
Das Ende habe ich so definitiv nicht kommen sehen. Vielleicht habe ich unterwegs zu wenig mitgerätselt, aber genau das hat mir gefallen. Ich war überrascht und erfreut, dass die Auflösung mich erwischt hat. „Schlaue“ Krimifans könnten die Lösung allerdings durchaus vorher erahnen.
Für mich ist es eine sehr spannende und äußerst unterhaltsame Krimigeschichte, die ich gerne weiterempfehle. Und das Beste: Es handelt sich um den Auftakt einer Kult-Bestsellerreihe. Ich freue mich jetzt schon auf die weiteren Bände.