Oyinkan Braithwaites Protagonistinnen leben im Lagos der 90er bis heute, sind gut ausgebildet, gescheit und dennoch zerrissen zwischen diesem Leben in der Moderne und dem Mystischen. Auf Monife, ihrer Cousine Ebun und deren Tochter Eniiyi laste ein Fluch, ausgesprochen vor mehreren Generationen hat er noch jede Falodun-Frau getroffen, von denen keine ihren Mann lang halten konnte. Die drei Frauen stellen sich diesem Erbe auf ganz verschiedene Weise und sie dabei zu begleiten, mit ihnen zu hadern, zu leiden, zu lieben, hat mich aus meinem Leseloch gerissen.
Ich liebe die Perspektiv- und Zeitwechsel, durch die Braithwaite Spannung aufbaut, uns teils in die Irre führt, sich die Figuren und ihre Leben zudem ineinanderschieben und ergänzen. Ich liebe Monifes kurze Einschübe über die Falodun-Frauen vor ihr und dass diese immer auf die gleiche Weise beginnen. Und ich liebe es, an der Seite der Protagonistinnen in einen Teil der nigerianischen Kultur einzutauchen.
Übersetzt von Yasemin Dinçer.
PS: Wer “Als wir Vögel waren” von Ayanna Lloyd Banwo mochte, wird auch vom Fluch der Falodun-Frauen begeistert sein.