Ich muss es immer wieder betonen: Andreas Gruber versteht es einfach, Spannung zu erzeugen und seine Leser*innen von der ersten Seite an zu fesseln. Auch „Racheherbst“ hat mich sofort gepackt. Der zweite Band rund um Walter Pulaski und Evelyn Meyers bietet wieder alles, was man von Gruber kennt – temporeiche Ermittlungen, starke Charaktere und eine vielschichtige, düstere Handlung, die sich über mehrere Städte und Perspektiven erstreckt.
Besonders spannend fand ich die Zusammenarbeit zwischen Pulaski und der verzweifelten Mutter Mikaela. Auch wenn Mikaela mir stellenweise ziemlich auf die Nerven ging und ich ihr Handeln nicht immer nachvollziehen konnte, hat sie der Geschichte dennoch emotionale Tiefe verliehen. Ein, zwei Szenen wirkten für mich etwas überzogen und hätten nicht unbedingt sein müssen das hat die Lesefreude aber nur minimal getrübt.
Insgesamt ein starker, spannender Thriller mit typischem Gruber-Tempo, cleverer Struktur und einem mitreissenden Finale.
⭐️⭐️⭐️⭐️ 4 von 5 Sternen