Autisten sind nicht Behinderte, sondern hochbegabt. Aber wir sind behindert in unserem Umgang mit ihnen, weil wir ihnen zu wenig Empathie entgegenbringen! Ein weltbekannter und hochintelligenter Hirnforscher verzweifelt beinahe, weil er seinen autistischen Sohn weder verstehen noch ihm helfen kann. Er unternimmt alles, was er kann, forscht mich Hochdruck, und findet schlussendlich heraus, dass die bisherige Diagnose und Therapie von autistischen Menschen grundverkehrt ist: sie fühlen nicht zu wenig, sondern zu viel. Zu viele Eindrücke und Reize überfordern sie, lassen sie in Abwehrhaltung versinken. Mit Geduld und Akribie verfolgt Markram mit seiner Forschung das Ziel, Kai und vielen andern Menschen zu helfen. Er und seine Mitarbeiterinnen bleiben trotz Widerständen und Misserfolgen dran, bis sie beweisen können, was wirklich abgeht im Gehirn eines Autisten.
Die Geschichte dieser Kehrtwende ist liebevoll und mitreissend beschrieben – die täglichen Kämpfe und Misserfolge, das unglaublich intensive und fordernde Leben mit einem autistischen Kind, die Unmenge an Liebe und Zuwendung und Geduld, die das Leben mit Kai fordert, und die Freude und Wärme, die immer wieder durchbricht. Und die Geschichte eines unbequemen, hartnäckigen Forschers, der trotz Missgunst, Widerstand und Unverständnis dranbleibt, forscht, hinterfragt, und schliesslich dank seines Sohnes Kai und Mitstreiterinnen eine bahnbrechende Wende in der Therapie von autistischen Menschen erreicht – uns sich selbst im Spiegel seines Jungen erkennt. Eine Geschichte auch, die fordert genau hinzuschauen, hinzuhören, nicht auf vorgefertigten und allgemeingültigen Lehrmeinungen und Dogmen sitzenzubleiben, sondern diese mutig mit Hilfe der eigenen Wahrnehmung und Erkenntnis hinterfragt und notfalls umstösst. Absolut lesenswert.