Der dritte Fall von Libby Andersch begeistert mit Atmosphäre, Geschichtswissen und Tempo. Libby und Noah sind mit dem Krimiklub auf dem Weg nach Gstaad, wo sie ein Wochenende auf den Spuren eines realen und bis heute ungelösten Cold Case wandeln: Nina Kandinsky wurde am 02. September 1980 tot in ihrem Chalet Esmeralda aufgefunden. Ob der Krimiklub den Fall lösen kann?
Das grosse Verdienst auch dieses Kasperski-Krimis ist es, eine weitere Schattenfrau ins Licht zu rücken. Allein dafür lohnt sich die Lektüre. Doch Kasperski spielt auch ihre weiteren Stärken aus: tempo- und abwechslungsreich, mit einer sympathischen, neugierigen, unerschrockenen und wenn nötig aufdringlichen Hobby-Ermittlerin, einem gut überschaubaren Figuren- und Verdächtigenkreis und lediglich für drei Tage gehen wir mit Libby auf die Reise. Zusätzlich zum Cold Case hält auch die Gegenwart allerlei Spannung für die Schweizer Miss Marple, Libby Andersch, und uns bereit.
Der Schlussspurt ist dabei ebenso knackig; für mich dürfte der durchaus mehr ausgekostet werden. Die Motive der Akteure mögen mir nicht zu 100 % einleuchten, aber das sehe ich dem «Juwelenraub im Schneepalast» gerne nach.
Denn was mich über die vorher genannten Punkte hinaus so begeistert hat, war der Blick hinter die Kulissen und in die Geschichte des Hotel Palace in Gstaad, die Atmosphäre in Hotel und Ort – ich habe quasi selbst dort Urlaub gemacht ;-)
Ein Krimi, dessen Lektüre das ganze Jahr über Freude macht, wegen der winterlichen, festlichen Atmosphäre aber perfekt auf die Weihnachtszeit einstimmt.