(Inhalt vgl. Cover)
Das Cover passt zur Geschichte: es bildet die Hauptprotagonistin resp. ihr Handwerk ab, es zeigt ein typisches Haus im Appenzell, ebenso einen Wolkenkratzer. Der Schreibstil ist einfach, bildhaft und vermutlich passend zur Zeit, in welcher die Geschichte spielt. Nicht nachvollziehen konnte ich, dass die immer wieder vorkommenden appenzellischen Dialekt-Ausdrücke nicht in einem Verzeichnis erklärt wurden, oder dann bei der ersten Nennung in Klammern. In einigen Fällen ist es wichtig, dass man*frau den Ausdruck versteht. In meinem Lesefluss war der Erzählstil in zwei Strängen - Gegenwart und Vergangenheit - ab und zu bremsend, weil beide Stränge im Präsens geschrieben sind.
Der Autorin gelang es ausgezeichnet, die schwierige Situation der kinderreichen Familien im Appenzell vor rund 100 Jahren darzustellen. Die Not war spürbar und die geschilderte Situation, wonach die kleinen Kinder teilweise schon mit vier Jahren in den kalten und lärmigen Räumen der Webereien bei schlechtem Tageslicht arbeiten mussten, hat mich beschäftigt und nachdenklich gemacht.
Gefallen hat mir der Charakter der Hauptprotagonistin, wie sie mit dem Ziel der Unabhängigkeit ins ferne New York abgereist ist, Stolpersteine meisterte und schliesslich ihr Ziel auch mit Einbezug ihrer Familie im Appenzell erreicht hat. Interessant fand ich insbesondere auch die Art der Beziehung zu Walter Elias Disney, der eigentlich für ihre Auswandererpläne verantwortlich gewesen ist.
Sie liebte Eleganz. Fand aber, dass eine Erscheinung erst vollkommen ist, wenn die Person mitreden, mitdenken und zu Ideen anspornen kann.