Ich habe bereits das erste Buch des rätselhaften Autors Uketsu gelesen. Da es damals mit einer erfrischend ungewöhnlichen Idee neuen Wind in die Buchwelt brachte, war ich natürlich gespannt, wie es sich mit “Das seltsame Haus” verhält.
Typisch für Uketsus Erzählweise ist, dass er seine Figuren nicht mit allzu viel Tiefe oder Emotionen ausstattet und das ist ganz bewusst so. Hier steht nicht der Charakter im Vordergrund, sondern das Rätsel, das sich nach und nach entfaltet. Auch in diesem Buch finden sich wieder einige Illustrationen. Diesmal sind es Hausumrisse, die eine zentrale Rolle spielen. Schon zu Beginn entdecken wir die Silhouette eines Hauses, das sich der Protagonist im Auftrag eines Bekannten ansehen soll. Es lohnt sich, genau hinzuschauen und selbst zu ergründen, weshalb dieser Bekannte Bedenken hat, das Haus zu kaufen.
Es macht Spaß, die einzelnen Umrisse zu betrachten, sie zu vergleichen und gemeinsam mit dem Protagonisten den Spuren zu folgen. Zwischendurch begleiten wir ihn in verschiedenen Gesprächen und an neue Schauplätze. Der Stil bleibt dabei schlicht, und mit seinen 223 Seiten ist das Buch auch schnell gelesen.
Was die Auflösung betrifft, sollte man offen bleiben und sich auf das Besondere dieser Geschichte einlassen. Für mich hat das Ende wunderbar in das Gesamtbild gepasst. Eigenwillig, rätselhaft, aber stimmig. Wer sich gerne auf Neues einlässt oder bereits “Seltsame Bilder” mochte, dem kann ich “Das seltsame Haus” auf jeden Fall empfehlen.