Die Geschichte der Bücherdiebin ist harte Kost und geht so richtig unter die Haut. Unfassbar, zu welchen Gräueltaten die Menschen während der Kriegsjahre fähig waren. Die Geschichte wühlt sehr stark auf und ich musste nach der Lektüre jeweils ein paar Minuten inne halten, um das Gelesene zu verdauen.
Gleichzeitig erwärmen die Erlebnisse von Liesl dem Leser das Herz. Wie ist es möglich vor dieser Kulisse so viel Unbeschwertheit zu bewahren und positiv in die Zukunft zu blicken?
Die verschiedenen Charakteren werden so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, sie vor sich zu haben: den liebenden Vater, den aufgeweckten Rudi, die arische Ladenbesitzerin und die geheimnisvolle Frau Bürgermeisterin.
Diverse Wortspielereien brachten mich zwischendurch zum Lachen: „ihre Zähne drängelten in ihrem Mund, um Platz zu finden“
Ich habe noch selten ein Buch gelesen, das in mir so viele unterschiedliche Gefühle hervorrief.