Es gibt, aus meiner Sicht, zwei Aspekte zu diesem Buch. Erstens das Fakt, dass hier ein Erstlingswerk eines 22-jährigen Schriftstellers vorliegt. Unglaublich was er da geleistet hat und man darf wirklich darauf gespannt sein, was noch kommt. Für diese Leistung kann man ihn nicht genug loben und daran gibt es auch nichts zu deuteln. Aber, es gibt noch einen zweiten Aspekt, den rein literarischen. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, dass mich das Buch und die Geschichte nicht gepackt haben. Der barocke Schreibstil ist mir einfach zu schwülstig und ich konnte mich manchmal nicht des Gedankens erwehren, dass hier jemand eine Fleissarbeit macht, bei welcher die Anzahl an Metaphern etc. mehr bewertet wird als der Inhalt. Dabei blieben mir auch die Personen zu blutleer, gestaltlos, durchsichtig. Sowohl bei Lajos als auch Istvan (Pista) habe ich klar mehr erwartet. Da wurde etwas versprochen (z.B. die Fähigkeit mit Schatten zu sprechen), was dann nicht eingelöst wurde und in der Banalität der Familiengeschichte (die keine Überraschung bot, absehbar ist) verschwand. Eigentlich kommen im ganzen Buch die Menschen zu kurz. Irgendwie hat er sich da übernommen, denn es sind deren zu viele, dadurch deren persönliche Entwicklung zu dünn, oberflächlich und sprunghaft. Es bleiben viele Fragen zu ihnen offen, z.B. zu Ilona. Allein sie wäre ein Buch wert. Schade eigentlich, aber wie gesagt, was nicht ist kann noch werden und ich bin gespannt auf das, was wir noch von Nelio Biedermann lesen dürfen.