Zwei Grossmütter: Die eine Frau ist in einer wohlhabenden Familie in Kamerun aufgewachsen, die andere Frau in einer armen Schweizer Bauernfamilie. Trotz unterschiedlicher Herkunft gibt es einige Parallelen: Verlust von Hoffnung, grosse Enttäuschungen, Demütigungen, Gewalt, Absprechen der Rechte. Ihre Enkelinnen versuchen, die Entscheidungen der Grossmütter zu verstehen…
Erster Eindruck: Das Cover des Schutzumschlages gefällt mir leider so gar nicht (zudem mag ich keine Schutzumschläge), aber dafür hat mich die Inhaltsbeschreibung umso mehr angesprochen.
Es werden zwei Geschichten abwechslungsweise erzählt, einerseits die der Frau aus dem Emmental, und andererseits die der Frau aus Kamerun. Der Part betreffend Kamerun ist in rotbrauner Schrift verfasst. Dies hat mich überrascht, denn wenn jemand farbenblind ist, ist doch die grösste Schwäche die Rot-Grün-Problematik. Aus meiner Sicht daher nicht optimal gewählt. Ich hätte lieber Namen anstatt farbige Schriften gehabt.
Das Buch mit 128 Seiten ist nur ein Büchlein und da ist es nachvollziehbar, dass die Geschichten schnell erzählt werden müssen. Ich hatte das Gefühl, durch zwei Leben „durchzurasen“, denn schliesslich bekamen wir Einblicke in zwei Leben als junge Frauen bis sie Grossmütter sind. Es sind starke Frauen, die – trotz allem – kraftvoll ihr Leben meistern. Dann war das Buch auch schon zu Ende. Mit dem Ausgang der Geschichten habe ich nicht gerechnet; ich bleibe etwas ratlos zurück, denn ich habe nicht ganz verstanden, was die Autorin mir damit sagen wollte. Ich kann nicht ins Detail gehen, ohne zu spoilern – 4 Sterne.