Bewertung: 1,5 bis 2 Sterne
Erstmal zur Protagonistin. Alexis ist ständig schmutzig, hungrig, durstig, friert, hat mindestens blutige Füsse und verspürt ca. alle 20 Seiten Phantomschmerzen (die hat man eigentlich in amputierten Gliedern, Alexis hat trotzdem ständig Phantomschmerzen). Sie ist auch mindestens alle 20 Seiten mal bewusstlos. Sie ist unsterblich in den toten Mathematiker Carl Gauss verliebt. Ausserdem trägt sie eine unsichtbare Schlange, wahlweise und meistens um Hals oder Hüfte, manchmal ums Fussgelenk. Sie denkt und erzählt gerne in Klammern und kursiver Schrift. Das ist alles was man über sie erfährt in diesem Buch. Also ausser ihrer wahren Herkunft, die sich gegen Ende des Buches offenbart, die Geschichte aber nur noch hanebüchener macht.
„Blood of Hercules“ ist eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Die griechischen Götter werden hier nicht nur in Italien angesiedelt, sondern sprechen auch noch Latein, was einfach nicht passt. Zwei Charaktere unterhalten sich mal drüber wie sie seit Jahrhunderten Seite an Seite durch die Welt vögeln, sind aber im Buch trotzdem erst 26 Jahre alt. Also der ältere von den Zweien. Mindestens 4 Halb- und Ganzgötter sind so was von aggressiv hinter Alexis her als wär sie die einzige Frau unter den Olympiern, obwohl sie wie erwähnt eigentlich immer schmutzig bis vollgekotzt ist, und niemand irgendetwas über sie weiss. Ihre reine Existenz reicht für diese Obsession.
Ich hab das Buch trotzdem fertig gelesen und auch kurz überlegt ob ich mir Band 2 hole, denn es ist - wenn man über die tausenden Logikfehler hinwegsieht - mal etwas anderes und auch ganz unterhaltsam. Man muss aber wirklich ständig beide Augen zukneifen. Insgesamt also leider keine vergnügliche Lektüre.