Diesmal führt Cavalli verdeckte Ermittlung in der mysteriöse Anastasia-Bewegung – eine Gruppierung, von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Die Sekte lebt im Einklang mit der Natur, was Cavalli persönlich anspricht. Gleichzeitig folgt die Bewegung jedoch rechtsextremen Ideologien, mit denen Cavalli – nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Herkunft – in keinerlei Weise sympathisieren kann.
Die Fakten über die Bewegung scheinen mir hervorragend recherchiert und gaben mir einen guten Einblick in die Haltung und die Lebensweise der Gruppierung.
Petra Ivanov versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen. Während die Handlung kontinuierlich voranschreitet, liefern Auszüge aus dem Drehbuch eines ermordeten Journalisten tiefere Einblicke in die Lebensgeschichten und Persönlichkeiten der einzelnen Figuren. Das Thema Manipulation zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Immer wieder lenkt die Autorin die Aufmerksamkeit der Leserin auf neue Aspekte und den Verdacht auf andere Personen. Das Ende war für mich überraschend und gelungen.
Mir hat dieser Krimi, den ich gemeinsam mit einer BC-Leserunde gelesen habe, ausgesprochen gut gefallen. Da ich alle vorherigen Bände der Reihe kenne, konnte ich die feinen Zwischentöne, Beziehungsgeflechte und subtilen Hinweise gut einordnen, wodurch ich ein tolles Leseerlebnis hatte.
Der Undercover-Einsatz hat die Beziehung zwischen Flint und Cavalli arg strapaziert, und ich bin gespannt, ob und wie Petra Ivanov die Serie weiter schreibt.