Schon die ersten Seiten des dritten Bandes der Kingdom of Crows-Reihe sind intensiv, düster und gefüllt mit Intrigen, Machtspielen und Emotionen.
Fallon verachtet Dante Regio, doch auch ihre Tante Bronwen, ihr Grossvater Justus und ihre Shabbin-Grossmutter Meriam stehen ganz oben auf ihrer “Abschuss”-Liste. Gefangen in einer dunklen Unterwelt, erkennt sie bald, dass nichts so ist, wie es scheint.
Während die neuen Verbündeten ihren Plan verfolgen, hat die Fallon einen eigenen Zeitplan. Obwohl sich alle einig sind, dass Dante sterben muss, ist das grösste Ziel, vor ihm zurück nach Luce zu gelangen, bevor er das Reich ganze zerstört.
Fallon ist in diesem Teil selbstbewusst, klug und endlich bereit, für das einzustehen, woran sie glaubt. Ihre Entwicklung von der naiven, unsicheren jungen Frau zur entschlossenen Königin hat mir sehr gut gefallen.
Auch Lore wächst weiter über sich hinaus. Er ist verletzlich, loyal und endlich offen gegenüber seinen Gefühlen. Die beiden haben eine starke Dynamik, die mal unter die Haut geht, einen dann aber auch zum Schmunzeln bringt.
Besonders begeistert hat mich erneut das Worldbuilding. Olivia Wildenstein erschafft eine faszinierende, detailreiche Welt, die man sich mühelos vorstellen kann. Die politischen Spannungen, die dunkle Atmosphäre und die kulturellen Unterschiede der Reiche sorgen für Tiefe. Auch die Nebenfiguren, allen voran Syb und Phoebeus, tragen viel dazu bei, dass die Geschichte lebendig wirkt.
Was mir weniger gefallen hat, war, dass der Mittelteil etwas an Spannung verlor. Einige Szenen wirkten wie Wiederholungen, während andere Handlungsstränge zu schnell abgehandelt wurden. Das Ende kam überraschend abrupt, auch wenn der Bonus-Epilog vieles wieder wettgemacht hat.
Der Schreibstil ist wie gewohnt packend, bildhaft und emotional. Olivia Wildenstein versteht es, sowohl Action als auch leise, gefühlvolle Momente perfekt auszubalancieren. Besonders ihre Dialoge, vor allem die telepathischen Wortgefechte zwischen Fallon und Lore, sind sehr unterhaltsam.
Fazit:
mitreissend, düster, magisch
“House of Striking Oaths” ist ein spannendes, leidenschaftliches und stellenweise herzzerreissendes Finale. Trotz kleiner Schwächen im Mittelteil bleibt es ein würdiger Abschluss für Fallon und Lore. Die Trilogie ist voller Magie, Emotionen und überraschender Wendungen. (4.5 Sterne)