Der Roman “Ich und die Menschen” von Matt Haig hat bei mir von Anfang an zu Verwirrung geführt. Zuerst einmal habe ich nach dem Buch “Die Menschen und ich” gesucht, ganz nach dem Sprichwort: Der Esel nennt sich selbst immer zuerst.
Nachdem ich das Buch gelesen habe muss ich sagen: Der Titel ist super.
Auch das Cover beschreibt meinen Leseeindruck sehr gut. Irgendwie nicht so richtig mein Ding, aber ich mag den Hund.
Die erzählte Geschichte macht einem den Einstieg schwer. Auch wenn Haig wunderbare Ausdrücke und tolle Sprache verwendet (oder die Übersetzung), braucht es Zeit, sich in den Stil der Geschichte einzulesen. Mal spannend, mal langweilig, aber stets wohl überlegt wird die Geschichte bzw. das Leben des ‘Andrew Martin’ erzählt. Am Ende des Buches blieben bei allerdings zu viele Fragen offen. Handlungsstränge wurden angefangen und beendet, aber die Nützlichkeit dieser Seitengeschichte fraglich.
Gesellschaftskritik und Reflexion des Sinn des Lebens scheinen grosse Themen für Haig zu sein, der in der Geschichte unter anderem autobiografische Erlebnisse verarbeitet. Für meinen Geschmack zu gross und nur angerissen, aber soviel, dass es aufwühlt. Vielleicht auch mit Absicht.
Trotz aller Kritik möchte ich sagen, dass ich die Ausarbeitung der Figuren toll finde. Mit wenig bis keiner Identifikationsmöglichkeit des Protagonisten schafft es Haig dennoch hier und da Spannung aufzubauen und dem/der Leser:in Verständnis zu entlocken. Auf emotionaler Ebene ist es ein unbequemes Buch mit einem unbequemen Thema.
Matt Haig hat mich bereits mit der “Mitternachtsbibliothek” für sich genommen. Auch wenn der Stil dieses Buchs mich nicht überzeugt, finde ich immer noch - und wieder, dass er ein toller Schriftsteller ist, der mit Worten umzugehen weiss. Und vermutlich genau weiss, was er im Kopf der/des Leser:in anstellt…