Schon auf den ersten Seiten hat mich der Roman “Hummerfrauen” von Beatrix Gerstberger gepackt. Durch den Klappentext waren meine Erwartungen bereits sehr hoch, und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil.
Der Roman handelt von drei Frauen, welche unterschiedliche Generationen und ihre Laster darstellen. Drei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und einander irgendwie doch ähneln. Zumindest in einem - ihrer Identifikation als Hummerfrauen. Gerstberger schafft es alle drei Lebensgeschichten miteinander zu verweben und obendrauf noch durch ein Geheimnis der Vergangenheit Spannung aufzubauen.
Als junge Frau, die sich Altersgemäss an der jüngsten Protagonistin orientiert, macht mir der Roman Lust aufs Altwerden und Lust aufs Leben. Charakterlich finde ich mich zwar in keiner der drei Frauen wieder, dafür jedoch in ihrer Beziehung zueinander. Etwas familiäres, freundschaftliches, starkes wird vermittelt. Ein Gefühl von Geborgenheit, Liebe und Zugehörigkeit. Dieses wurde genau dadurch gestärkt, dass ich als Leserin eben auch anders bin, als die Protagonistinnen und trotzdem irgendwie zur Geschichte dazugehöre. Ganz nach dem Motto: Es ist für jeden Platz und jede*r gehört dazu. Und wir halten zusammen.
Sicher gibt es auch Dinge, die sich kritisieren lassen. Ich für meinen Teil bin jedoch selbst zwei Wochen später, immer noch hin und weg.
Insgesamt ist “Hummerfrauen” ein Roman, den ich jeder Frau (und jedem Mann) uneingeschränkt empfehlen kann. Nachdem ich Hannas Töchter von Marianne Fredriksson verschlungen habe, war ich auf der Suche nach einem ähnlichen Roman. Den habe ich gefunden. Das Buch gehört zu den absolut Liebsten, die ich bisher gelesen habe und es hält zu 100%, was es verspricht.