Phoebe, am Tiefpunkt ihres Lebens, crasht versehentlich eine pompöse Hochzeitswoche. Zwischen schrillen Gästen und skurrilen Ereignissen findet sie neuen Lebensmut.
Alison Espachs „Wedding People“ ist ein aussergewöhnlich lesenswerter Roman, der Tragik und Humor auf sympathische Weise verbindet. Die Geschichte beginnt düster: Phoebe, eine Literaturwissenschaftlerin, hat nach gescheiterter Ehe, beruflichen Rückschlägen und dem Tod ihres geliebten Katers jegliche Lebensfreude verloren. Ihr Plan, sich in einem Luxushotel das Leben zu nehmen, wird durch die Begegnung mit einer exzentrischen Hochzeitsgesellschaft jäh unterbrochen. Besonders die Braut Lila, detailverliebt und herrlich überzeichnet, zieht Phoebe in den Strudel der Feierlichkeiten und verhindert ihren Suizid – nicht nur aus Mitgefühl, sondern auch weil ein Selbstmord ihre perfekte Hochzeitswoche ruinieren würde.
Die Charaktere sind schrill, skurril und dennoch sympathisch. Espach gelingt es, sie trotz aller Überzeichnung zugänglich und menschlich zu zeichnen. Die Dialoge sind pointiert, die Situationen oft absurd, aber nie platt. Gerade die Mischung aus Selbstreflexion, Drama und Herzklopfen macht das Buch so besonders. Die psychologische Tiefe überrascht immer wieder, ohne die Leichtigkeit des Erzählens zu verlieren. Man fliegt förmlich durch die Seiten, getragen von Espachs angenehm flüssigem Stil.
Natürlich sind manche Ereignisse überzeichnet – doch genau das macht den Reiz aus. Die Realität tritt für ein paar Stunden in den Hintergrund, und man taucht ein in eine Welt voller Chaos, Witz und unerwarteter Wendungen. „Wedding People“ ist eine gelungene Mischung aus Lebenskrise und Lebensfreude, ein Roman, der zum Nachdenken anregt und gleichzeitig wunderbar unterhält. Für alle, die mehr als seichte Kost suchen, eine klare Leseempfehlung