Wow! Was für ein spannender und hervorragend geschriebener Kriminalroman!
Louise Penny zählt für mich schon lange zu den besten Autorinnen ihres Genres. Entsprechend gross war meine Vorfreude auf den 19. Band der Inspektor-Gamache-Reihe und ich wurde keineswegs enttäuscht. Im Gegenteil: Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen.
Penny bleibt ihrem einzigartigen Stil treu. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, atmosphärisch dicht und voller emotionaler Tiefe. Sie versteht es meisterhaft, eindrucksvolle Bilder zu zeichnen und komplexe Stimmungen einzufangen. Schon auf den ersten Seiten zieht einen die Geschichte in ihren Bann, und man fiebert und leidet Seite um Seite mit Inspektor Armand Gamache mit.
Der Spannungsbogen ist von Anfang an hervorragend aufgebaut und hält bis zur letzten Seite an. Die Handlung ist intelligent konstruiert, voller Wendungen und subtiler Hinweise, die einen unweigerlich zum Miträtseln anregen. Immer wieder glaubt man, der Lösung nahe zu sein, nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Genau das macht für mich einen wirklich gelungenen Krimi aus.
Besonders gelungen finde ich auch, wie Louise Penny vertraute Charaktere aus früheren Bänden in die aktuelle Handlung integriert. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, sehr gelungen und für Fans der Reihe ein besonderes Highlight.
Auf die konkrete Thematik möchte ich an dieser Stelle bewusst nicht eingehen, um niemandem die Spannung zu nehmen. Nur so viel: Es geht wieder um mehr als nur die Aufklärung eines Verbrechens: es geht auch um Moral, Vertrauen und menschliche Abgründe.
Allen Krimi-Fans und solchen, die es werden wollen, kann ich diesen Band wärmstens empfehlen. Allerdings empfehle ich dringend, die Reihe von Beginn an zu lesen. Die komplexen Beziehungen und Entwicklungen der Figuren bauen stark aufeinander auf und sind zentral für das Verständnis und die emotionale Tiefe der Geschichte.