(Inhalt vgl. Cover)
An diesem Buch konnte ich definitiv nicht vorbei gehen. Das Cover ist ein Hingucker! Elegante Dame mit auffälligem Schmuck und einem ausladenden Hut (erinnert mich an eine First Lady). Der Schreibstil ist unkompliziert, unverschnörkelt, bildhaft und lebendig; das Buch liest sich trotz der Schwere der Themen leicht. Die Einführung fand ich etwas langfädig, diente jedoch dazu, die späteren Taten der Hauptprotagonistin nachvollziehen zu können.
Zu wissen, dass die Geschichte auf wahren Gegebenheiten beruht, macht sie umso interessanter, gleichzeitig hat sie mich aber immer wieder bedrückt und aufgewühlt. Ich bewundere Elise (oder eben Erika Böhm) für ihren Mut, ihre Verantwortung, die sie für ihre selbstbezogene, realitätsfremde, arrogante Mutter und ihre physisch beeinträchtigte Schwester übernommen hat. Ich kann jeden Schritt von Elise nachvollziehen und habe Verständnis für sie und ihre Taten. Ins Herz geschlossen habe ich den Grossvater, welcher die Situation in Elise’s Familie und damit seiner Tochter erkannt hat und Elise früh im Schmuckatelier hat spielen lassen und ihr die Aufmerksamkeit gegeben hat, die sie von ihrer Mutter nicht bekam (der Vater war in Sumatra, also die ganze Zeit abwesend).
Das Ende hat mir gut gefallen: sachlich und unmoralisch. Interessant auch das erklärende Nachwort der Juristin Lena Berger, das Gerichtsurteil und die Begründung dazu.