Dirk Gieselmann erzählt in seinem melancholischen Roman die Geschichte zweier Menschen, die sich zufällig begegnen und deren Leben sich dadurch grundlegend verändert. Frieda, eine alleinstehende Grundschullehrerin, und Georg, ein verheirateter Vertreter mit Sohn, verlieben sich ineinander – doch ihre Liebe bleibt verborgen. Auf Friedas Initiative hin entscheiden sie sich, ihre Beziehung nicht öffentlich zu leben, sondern sich nur gelegentlich zu treffen und telefonisch in Kontakt zu bleiben. So führen sie über viele Jahre hinweg ein Doppelleben, das von Sehnsucht und Verzicht geprägt ist.
Der Roman hat mich tief berührt und zugleich traurig gestimmt. Die Vorstellung, eine Liebe über Jahrzehnte im Verborgenen zu halten, während eine Familie unwissend bleibt, ist für mich schwer nachvollziehbar. Besonders die Tatsache, dass Georg seine Frau und sein Kind belügt, hat mich nachdenklich gemacht.
Gieselmanns Sprache ist ruhig und eindringlich, Thomas Arnolds Lesung unterstreicht die melancholische Atmosphäre des Buches sehr gut. Das Hörbuch ist leicht zu hören, aber bleibt lange im Kopf – ein stilles, aber intensives Erlebnis.
Fazit: Ein nachdenklich stimmender Roman über eine Liebe, die sich nicht entfalten darf. Fein erzählt, gut gelesen und sehr empfehlenswert für alle, die leise, tiefgründige Geschichten mögen.