Statt auf actionreiche Handlungen setzt Olivie Blake in ihrem Fantasyroman The Atlas Six auf psychologische Tiefe und innere Monologe. Die Geschichte lebt von ihren komplexen Figuren, ihren Ambitionen, Geheimnissen und moralischen Grauzonen.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und introspektiv, was die dichte, geheimnisvolle, elitäre und manchmal auch düstere Stimmung verstärkt, zugleich aber auch Geduld erfordert. Wer schnelle Abenteuer sucht, könnte das Tempo als zu langsam empfinden; wer jedoch vielschichtige Charaktere und subtile Machtspiele mag, kommt hier voll auf seine Kosten.
Ein anspruchsvoller Roman, der sich für Lesende eignet, die Spannung nicht in Schlachten, sondern in Intrigen, Allianzen und der Frage nach Macht und Moral suchen.