In letzter Zeit habe ich häufiger zu asiatischen Cozy-Romanen gegriffen, weil ich sie wirklich sehr mag. Allerdings hat sich dadurch inzwischen eine gewisse Übersättigung eingestellt.
In dieser Geschichte begleiten wir Yeonhwa, die nach dem Tod ihrer Großmutter deren Konditorei übernimmt. Eine Besonderheit fällt sofort auf: Das Geschäft öffnet erst um 22 Uhr und schließt um Mitternacht. Was wohl dahintersteckt?
Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, in denen wir jeweils neue Gäste der Konditorei kennenlernen. Wie ich es aus ähnlichen Geschichten kenne, bleibt dabei oft wenig Raum für Tiefe. Die Abschnitte sind schlicht zu kurz. Gleichzeitig fand ich es wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Lebensumstände im Vergleich zu unseren dargestellt werden. Häufig fällt es den Figuren schwer über wichtige Themen zu sprechen und Schuldgefühle spielen eine zentrale Rolle.
Yeonhwa selbst war mir von Anfang an sympathisch. Es war schön, sie auf ihrem Weg zu begleiten, ihre Entwicklung mitzuerleben und zu erleben, welche wichtigen Einsichten sie gewinnt.
Alles in allem ist dies ein schöner Cozy-Roman über Trauer, Schuld und Versöhnung. Wer sich zudem für koreanische Kultur interessiert (inklusive einiger köstlicher Dessert-Beschreibungen) wird hier auf seine Kosten kommen.