Chris Kraus’ „Die Sonne und der Mond“ ist ein anspruchsvolles Werk, das mit philosophischen und gesellschaftlichen Themen spielt – doch mein persönliches Leseerlebnis war eher zäh. Der Text zieht sich stellenweise, und es fiel mir schwer, einen emotionalen oder gedanklichen Zugang zu finden. Der Schreibstil ist erfrischend, die Sprache wirkt aber oft verkopft.
Obwohl einzelne Passagen interessante Ansätze bieten, fehlte mir insgesamt ein klarer Spannungsbogen oder eine greifbare Entwicklung der ProtagonistInnen. Das Buch hat mich inhaltlich nicht wirklich gepackt. Für Leserinnen und Leser, die Freude an experimenteller Literatur und intellektuellen Diskursen haben, mag es reizvoll sein. Für mich persönlich wurde es jedoch keine Lieblingslektüre.