Schon nach den ersten Kapiteln war ich von diesem Buch gefesselt. Ich habe den Grossteil fast in einem Rutsch gelesen, da es mir schwerfiel, es aus der Hand zu legen – auch wenn es beim Lesen durchaus Konzentration erfordert.
Der Schreibstil des Autors ist faszinierend: nüchtern und klar, manchmal sprunghaft, dann wieder sehr detailreich und eindringlich. Diese Mischung passt hervorragend zur Geschichte und zum Protagonisten, der mit einer belastenden Familienvergangenheit lebt und dennoch versucht, einen sinnvollen Weg für sich zu finden. Gerade die Distanzierung zu den eigenen Gefühlen, v.a. bezogen auf sich und seiner Familie gegenüber, – sei es bewusst oder unbewusst – wird spürbar und macht das Buch in seiner Wirkung so stark.
Am Ende hat mich die Geschichte tief berührt. Sprache, Wortwahl und Inhalt fügen sich zu einem Buch, das nicht nur spannend, sondern auch sehr nachdenklich stimmend ist. „Botanik des Wahnsinns“ ist für mich ein faszinierendes, intensives Buch, das lange nachhallt.