„Die Insel“ war mein erstes Buch von Richard Laymon – und garantiert nicht mein letztes. Schon ab der ersten Seite hat mich sein bildhafter Schreibstil gepackt und direkt mitten in die Geschichte gezogen. Laymon versteht es, Szenen so plastisch zu beschreiben, dass man meint, selbst dabei zu sein – sei es in ruhigen Momenten oder in den brutalen, die in diesem Buch nicht zu kurz kommen.
Besonders spannend fand ich den Erzählstil: Die Geschichte wird durch die Tagebuchaufzeichnungen des Teenagers Rupert vermittelt. Dadurch bekommt man einen sehr authentischen Einblick in seine Gedankenwelt – mitsamt den vielen Abschweifungen, die für einen Jugendlichen nur allzu typisch sind. Für mich machte genau das den Reiz aus: Die Handlung wirkt dadurch persönlich und teilweise sehr intim.
Inhaltlich ist dieses Buch nichts für Zartbesaitete. Die Brutalität ist stellenweise heftig, aber genau das macht die Spannung aus – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es in wenigen Tagen regelrecht verschlungen. Der Nervenkitzel bleibt konstant hoch, und immer wieder überrascht Laymon mit Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte.
Ein kleiner Wermutstropfen war für mich allerdings das Ende. Im Vergleich zur packenden und detailreichen Handlung davor empfand ich den Schluss als etwas zu abrupt und nicht ganz gerecht der restlichen Geschichte. Dennoch überwiegt für mich das Positive ganz klar: Ein fesselnder, harter Thriller, der Lust auf mehr von Laymon macht.
Fazit: Wer düstere, brutale und kompromisslose Thriller mag, wird „Die Insel“ lieben. Für mich ein intensives Leseerlebnis, das noch lange nachhallt – und definitiv ein Türöffner zu weiteren Büchern von Richard Laymon.