Paula Fürstenbergs Weltalltage ist ein sprachlich starkes und ungewöhnlich erzähltes Buch über Freundschaft, Krankheit und Erinnerung, das mich jedoch zwiegespalten zurückgelassen hat.
Die Du-Erzählperspektive schafft Nähe, und die Listenform bringt frischen Wind in die Struktur. Mutig fand ich, wie offen Themen wie Endometriose, Depressionen und auch die Nachwendegeschichte aufgegriffen werden. Das hat Tiefe und Relevanz.
Trotzdem: Die experimentelle Form wirkte auf mich nicht immer stimmig. Manche Passagen fühlten sich distanziert an, sodass die emotionale Wirkung etwas verpufft ist. So blieb es für mich eher ein interessantes Fragment als ein vollends packender Roman.
Insgesamt ein kluges und wichtiges Buch, das sprachlich glänzt, aber emotional nicht ganz bei mir angekommen ist.