Valérie Trierweilers Die Dame in Gold verspricht auf den ersten Blick eine faszinierende Reise in die Welt von Adele Bloch-Bauer und Gustav Klimt. Doch hinter dem schillernden Titel verbirgt sich ein Buch, das sprachlich überraschend schlicht bleibt und es nicht schafft, die Tiefe seiner historischen und kulturellen Themen voll auszuschöpfen.
Die Sprache ist durchweg einfach und nicht der Zeit entsprechend gehalten, was zwar Zugänglichkeit schafft, aber wenig literarischen Reiz bietet. Die Erzählweise wirkt stellenweise nüchtern und distanziert, wodurch emotionale Nähe zur Protagonistin kaum entsteht. Gerade bei einem Stoff, der so viel Potenzial für dramatische und atmosphärische Erzählung bietet, hätte man sich mehr sprachliche Raffinesse gewünscht. Ich bin mir nicht sicher, ob dies allenfalls von der Übersetzung herrührt.
Die Dame in Gold bleibt hinter den Erwartungen zurück. Wer sich eine tiefgründige literarische Auseinandersetzung mit Adele Bloch-Bauer und ihrer Zeit erhofft, wird enttäuscht. Das Buch eignet sich eher als Einstieg in die Thematik, nicht aber als bleibendes literarisches Erlebnis.