Von Beginn an war ich dem Buch zugeneigt, der Klappentext klang unglaublich vielversprechend: Ein Abenteuer mitten auf einer geheimnisvollen Insel im Meer? Ein Freizeitpark, der seine Besucher erst in eine riesige Bibliothek führt, in der sich diese eines der blütenweißen Bücher aus dem Regal wählen und ihre eigene Geschichte im Park selber schreiben sollen. Das klang unglaublich spannend.
Als Sascha und Chloe im Park ankommen, ist ihnen sofort unwohl. Chloe fürchtet sich vor Monstern, die gerüchteweise hier auf sie warten. Frodo, Saschas Wellensittich, der sich stets in den wilden Locken seiner Besitzerin versteckt, macht es mit seinen Kassandrarufen nicht besser. Er verkündet fortlaufend Unheil. Zudem muss sich Sascha ständig fragen, was sie sich dabei gedacht hat, Chloe als Reisebegleitung auszuwählen. Das Mädchen geht ihr auf die Nerven und es kommt immer wieder zu kleinen Auseinandersetzungen.
Die beiden Protagonistinnen sind sehr verschieden und müssen lernen, zusammenzuarbeiten, um gemeinsam zu überleben. Es beginnt schon damit, dass nach der Wahl des Buches und mit Eintritt in den Park ein Raum aufzusuchen ist, in dem alles, was die Mädchen am Körper tragen, zurückzubleiben hat und eine Abenteuerausrüstung ausgewählt werden muss. Sowohl Sascha als auch Chloe wollen sich aber von ihren liebgewonnen Haustieren auf keinen Fall trennen. Hier heißt es gemeinsam einen Plan schmieden.
Sascha und Chloe haben sich für ein Buch entschieden, das in einer Wasserwelt spielt. Der Buchtitel lautet: Das Reich der tausend Wasser. Sie landen also mitten am Meer. Die Reise führt die Mädchen auf Schiffwracks und an Wasserfälle. Sie bestreiten eine rasante Bootsfahrt und treffen auf magische Meerwesen. Durch dieses Abenteuer sollte die beiden Parkbesucherinnen eigentlich Henry begleiten. Doch dieser ist eher Last als Hilfe. Bald schon muss die ungleiche Gruppe ums Überleben kämpfen. Hinter der schönen Fassade, das müssen die Mädchen sehr schnell feststellen, lauert das Abgründige.
Unterstützt wird dieses spannende und rasante Abenteuer durch Illustrationen von Melanie Korte, die nach ihrer Arbeit als Werbeillustratorin als Charakter- und Hintergrunddesignerin in der Spieleindustrie arbeitete. Diese Vita spiegelt sich in den detailreichen Schwarz-Weiß-Zeichnungen des Buches wieder, die ikonischen Disney-Motiven in nichts nachstehen.
„StoryWorld – Amulett der tausend Wasser“ ist ein rasantes Abenteuer, das hält, was der Klappentext verspricht. Ein Themenpark, fernab von jeglicher Zivilisation auf einer Insel mitten im Meer, die von einem geheimnisvollen Nebel umgeben ist. Eine Bibliothek, die von einem riesigen weißen Regal mit sieben Fächern und unzähligen blütenweißen Büchern mit leeren Seiten dominiert wird, führt die Besucher/innen mitten hinein in ein Abenteuer der besonderen Art. Denn die Geschichten, die hier entstehen, müssen erst noch geschrieben werden.
Wer eine Lustreise in einen Freizeitpark erwartet, wird enttäuscht werden. Denn in StoryWorld gibt es keine Karussells. Es gibt gefährliche, fantastische Wesen. Es gibt Schiffswracks, die erkundet werden wollen. Zauberhafte Wasserfälle inmitten in einer grünen Pflanzenwelt. Grotten, in denen Ungeheuer leben, und mittendrin zwei zunächst verfeindete Mädchen und ihre frechen bzw. niedlichen tierischen Begleiter, die von einem Tag auf den anderen zusammenarbeiten müssen, um das größte und wohl gefährlichste Abenteuer ihres Lebens zu überstehen.