Eigentlich greife ich selten zu historischen Romanen und noch seltener zu Büchern, in denen es um Schokolade geht. Denn ich bin vermutlich eine der wenigen Schweizerinnen, die kein Schleckmaul ist und problemlos ein Jahr auf Schokolade verzichten könnte. Aber nachdem Lindt & Sprüngli in so vielen Buchclubs empfohlen wurde, habe ich dem Hype eine Chance gegeben und naürlich wurde ich positiv überrascht.
Lisa Graf erzählt die Geschichte rund um Rudolf Sprüngli und Katharina mit viel Wärme und Liebe zum Detail. Was mich besonders begeistert hat, waren die vielen spannenden Nebenfiguren: vom Apotheker Flückiger über Roli bis hin zu all den kleinen Persönlichkeiten, die das Zürich dieser Zeit lebendig machen. Natürlich war auch die Freude gross, dass Baden und der Zug, wie auch die spanische Brötli erwähnt wurden. Anfangs hat es mich noch gestört, dass ich nicht immer wusste, was historisch belegt und was Fiktion ist etwa: Gab es alle Persönlichkeiten wirklich, aber auch ein Roli? Doch je weiter ich gelesen habe, desto egaler wurde es. Die Geschichte als Ganzes hat mich einfach unterhalten.
Ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen und obwohl ich danach noch immer keine Lust auf Schokolade hatte, hatte ich definitiv Lust, weiterzulesen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Band 2!