Ein grausamer Winter hält London fest im Würgegriff. Da stolpert Hero, Lord Devlins Ehefrau, über eine tote junge Frau im Schnee. Ihre Begleitung, die Hebamme Alexi, erkennt sofort, dass es kein Unfall war. Und Hero kennt die junge Frau. Es ist Jane Ambrose, die Klavierlehrerin von Prinzessin Charlotte. Nun sind wir mittendrin in den Intrigen und Machenschaften des Adels und des Königshauses. Natürlich kümmert sich Devlin um den Fall, wenn auch nicht offiziell , denn der Todesfall wird vom Hof als Unfall bezeichnet. Wiedermal sticht Devlin in ein Wespennest. Prinzessin Charlotte soll den Oranier heiraten, was Teile der Adelskreise unbedingt verhindern wollen . Da Jane der Prinzessin nahe stand, kommt der Verdacht auf, sie sei in die Heiratspläne verstrickt. Ich war entsetzt, welche politischen Intrigen gesponnen wurden, ohne Rücksicht auf Ruf oder Leben Beteiligter und dies alles unter dem Deckmantel, dem Vaterland zu dienen. War es also ein politischer Mord ? Unter Verdacht gerät auch Janes Ehemann, der schon mehrfach handgreiflich gegen sie wurde. Wollte sie sich von ihm trennen, weil sie von seiner Mätresse erfahren hat und er hat sie aus Wut erschlagen ? Nichts scheint in diesem Puzzle richtig zu passen. Die Wahrheit, die Devlin durch seine Beharrlichkeit ans Licht bringt, konnte ich nur als tragisch empfinden .
Die Autorin hat sich bei den Ereignissen rund um Prinzessin Charlotte und ihre Eltern sehr eng an die Historie gehalten. Ich war aufrichtig schockiert, wie verkommen das Königshaus war. Ein weiterer Aspekt der damaligen Zeit ist das Schicksal der künstlerisch begabten Frauen, die zu einem Schattendasein gezwungen werden und nicht die Anerkennung erhalten, die ein Mann erfährt. Eine schreiende Ungerechtigkeit ist das Schicksal der vielen Familien, deren Ernährer zum Militärdienst gepresst werden. Sie verarmen und landen oft im Gefängnis, wenn nicht sogar am Galgen. Mir gefällt die unterhaltsame Krimireihe gerade wegen dieser gelungener Mischung besonders gut. Der Kriminalfall ist fesselnd und vielschichtig . Die historischen Fakten sind interessant und oft beschämend und bringen mir wenig erwähnte Geschichtsfakten näher.