Das kleine Buch mit dem eindrucksvollen Cover lässt mich quasi sprachlos zurück.
Hunter White, Grosswildjäger mit entsprechendem Budget, reist Tier für Tier nach Afrika, um die Big Five zu töten. Sein Partner und Organisator dieser geplanten Safaris bietet diese exklusive Art der Jagd gegen entsprechendes Entgeld, unter dem Deckmantel des nachhaltigen Arterhalts und Unterstützung lokaler Dorfgemeinschaften an. Und schon befindet man sich in diesem Wirrwarr der Doppelmoral, der Knoten ist unlösbar. Die Jagden werden als Geldeinnahmequelle betrachtet, aus der Artenschutzprogramme finanziert werden und gegen Wilderer vorgegangen wird. Wie viel ist ein Leben denn wert? Und wieder steht darüber der weiße Mann, der diktiert. Hunter interessiert das nicht, er sieht sich als Jäger mit Ehrgefühl, mit voller Daseinsberechtigung, stellt sich moralisch über die Wilderer.
Als bei der letzten Jagd etwas schief geht und ihm eine Alternativbeute angeboten wird, gerät die Handlung immer weiter in diesen Strudel des Abstrusen und der menschlichen Abgründe, der nur schwer auszuhalten ist. Gleichzeitig ist die Erzählung ein Mahnmal, führt uns beim Lesen an eigene moralische Grenzen und gibt sehr viel zum Nachdenken.