„Das Sanatorium“ von Sarah Pearse entführt die Lesenden in die verschneiten Walliser Alpen, wo ein ehemaliges Sanatorium zu einem modernen Luxushotel umgebaut wurde. Doch die glanzvolle Fassade trügt – Angestellte sowie Gäste verschwinden, werden ermordet, und die Vergangenheit des Gebäudes wirft dunkle Schatten. Aufgrund eines tobenden Schneesturms und der anhaltenden Lawinengefahr ist keine Hilfe von aussen möglich: Die Anwesenden sind mit einem Mörder gefangen. Gemeinsam mit der beurlaubten Kommissarin Elin Warner rätselt man mit, wer der Täter sein könnte und welche Rolle die Geschichte des Hauses dabei spielt.
Die Idee und Handlung haben mir sehr gefallen. Die meist kurzen Kapitel sorgen für Spannung und laden dazu ein, immer weiterzulesen. Besonders gelungen fand ich, dass gewisse Passagen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden und sich zum Ende hin alle Fäden zusammenfügen. Gerade wenn man denkt, man habe den Mörder entlarvt, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man erneut ins Grübeln gerät.
Etwas mehr Tiefe bei den Charakteren hätte dem Buch gutgetan, dennoch hat es mich insgesamt gepackt. Das offene Ende mit einer neuen, bisher unbekannten Perspektive macht neugierig auf die Fortsetzung „Das Retreat“. Zum Glück liegt dieses bereits bereit – ich freue mich darauf, weiterzurätseln.