Arne Kopfermann, glücklich verheiratet, stolzer Vater von zwei Kindern. Bis zu diesem folgeschweren Autounfall an einem sonnigen Urlaubstag. Seine Frau, sein Sohn und er verlieren die 10-jährige Sara. Er verarbeitet seine Trauer, sein Verlustschmerz in dieser Biographie und zeigt, dass der Weg Gottes oftmals unerklärlich ist, man aber trotz allem Vertrauen kann. Auch die Bibel schreibt darüber, dass nicht alles eitler Sonnenschein ist - es ist die Prüfung für unsere Ewigkeit…
Arne Kopfermann schreibt beeindruckend berührend, tiefgehend, man merkt, wie er leidet, wie er kämpfen muss, man spürt die Gänsehaut am gesamten Körper und man hat fast die gesamte Lesezeit über Tränen in den Augen. Was für ein Schicksal! Was für eine berührende Biographie.
Tim, das zweite Kind, kommt sehr kurz in diesem Buch, im Nachwort erklärt der Autor, weshalb. Ich verstehe es, der Schutz der Privatsphäre. Aber zumindest die Sicht der Frau hätte ich sehr gerne wahrgenommen. Ein Kapitel aus ihrer Sicht, mit ihren Gefühlen hätte mir geholfen, dass ganze nicht einseitig zu sehen. Zu lesen / zu erfahren, dass sie es auch so sieht. Aber ich verstehe es natürlich, es ist die Biographie von Arne Kopfermann - aber irgendwie ist es doch eine Familientragödie. Es wäre aus meiner Sicht ein passendes i-Tüpfelchen gewesen.
Mit vielen Liedtexten verarbeitet der Autor sein Leid. Die immer wieder fett geschriebenen Stellen zeigen direkt, was genau der Autor meint, was ihn berührt hat. Noch während des Tippens der Rezi spüre ich die Kälte, die Gänsehaut. Ein Buch, dass lange nachwirkt und tief beeindruckt.
Aus dem Vorwort von Dr. Franz Ebner: Die Lesereise durch diese oft schweren Zeiten löst hoffentlich auch in Ihnen Dankbarkeit aus und lässt Sie bereichert und berührt weiter durch dieses Leben gehen…
Ich habe während des Lesens sicherlich 10 Postits ins Buch geklebt. Eigentlich wollte ich ein paar Zitate hier notieren, aber irgendwie. Das geht bei vielen Büchern, bei diesem nicht. Man muss es lesen, um das zu spüren. Zu erleben.
Ein kleines möchte ich aber notieren:
Je grösser der Schmerz ist, desto weniger Worte sind nötig. Warum? Weil sie in dem Moment kaum trösten. In den dunkelsten Stunden braucht es keine Worte, sondern Tränen der Anteilnahme (Seite 98)
Fazit: Eine berührende Biographie. Mit Tränen in den Augen liest man Seite um Seite und wird mehr denn je zum Nachdenken gezwungen. Oder haben sie sich schon mal überlegt, dass eine Weihnachtskarte Trauer hervorrufen kann? Wut und Unverständnis? Was für eine Tragödie und was hat die Familie daraus gemacht. Chapeau.