Das kleine Bücherschiff, Band 1: Die Freundinnen Miri und Katja erfüllen sich endlich ihren Traum der eigenen Buchhandlung. Und es ist nicht irgendeine Buchhandlung: Es ist eine Buchhandlung auf dem Schiff, genauer auf einer alten Barkasse im Hamburger Hafen. Mit viel Arbeit bauen sie den heruntergekommenen Kahn um. Privat läuft es für Miri nach der letzten Enttäuschung auch gut, denn mit ihrem Nachbarn Henning könnte sie sich ein deutlich intimeres Verhältnis vorstellen. Doch dann der Schock: Die Miete für das Bücherschiff wird kurzerhand exorbitant erhöht, so dass das für die Neuunternehmerinnen nicht zu stemmen ist. Das Schiff soll luxussaniert werden – ausgerechnet durch Hennings Architekturbüro!
Erster Eindruck: Das Cover passt gut zum gewählten Buchtitel.
Es braucht eine Menge Mut, Idealismus, Geld und vielleicht auch eine Portion Naivität, um in der heutigen Zeit eine Selbstständigkeit im Buchhandel zu wagen. Und dann erst noch für zwei Frauen, die von fachfremden Berufszweigen kommen. Vor der Eröffnung steht jede Menge körperliche Arbeit an, denn das Schiff ist in keinem guten Zustand. Aber Miri und Katja sind so voller Adrenalin und Vorfreude, dass sie diese Arbeit gerne stemmen. Der Start ist gelungen, das Angebot wird von den Touristen, aber auch von den Anwohnern sehr gut angenommen.
Miri hat eine neue Wohnung und findet in dem Mietshaus auch gleich etliche junge Leute, die sie in ihre Clique aufnehmen. Neu eingezogen ist auch Henning, ein alleinerziehender Vater. Miri und Henning verstehen sich gleich gut. Sehr gut. Aber die Trennung der Eltern war für den sechsjährigen Finn nicht einfach zu verdauen und daher findet er Frauen doof, was er auch sehr deutlich äussert.
Das Buch ist nett für zwischendurch, aber deutlich zu lang für die Story. Der in der Inhaltsbeschreibung bereits angekündigte Knall wird in ein paar wenigen Seiten abgehandelt. So wie die Freundinnen sich zuweilen verhielten, erinnerten sie mich mehr an Pubertierende als an Erwachsene. Ein Happy End ist bei solchen Romanen immer nett, aber hier renkte sich viel zu schnell alles wieder ein. In der Ausschreibung hiess es „Ein betörender Wohlfühlroman über zwei engagierte Buchhändlerinnen“ – betörend war da für mich leider nichts. Von mir gibt es 3 Sterne.