In ihrem Buch “Die Tochter der Drachenkrone” lädt Sabrina Qunaj in die Welt der Fürstentochter Gwellian (Gwenchlian gelesen) ein. Die junge Frau wächst in einer Zeit auf, in der nach den Angeln und Sachsen, nun die Franken den britischen Boden für sich beanspruchen. Gwellian kämpft für ihr Land, in welchem sie ‘Waliserin’ ist. Ein Begriff, der ihr Volk als ‘Fremde’ im eigenen Land bezeichnet.
Aufgrund der unterschiedlichen Machtansprüche der Völker, die auch ihre Familie spalten, wird bald ihr Platz als Frau in der Gesellschaft zur grössten Bedrohung. Gwellian scheint zerrissen zwischen ihrer Rolle als Tochter eines verehrten walisischen Fürsten und jener als Schwester zweier Brüder, die auf unterschiedlichen Seiten stehen. Es geht um die Findung ihrer Identität: wer sie ist und wer sie sein möchte. Es geht um Wahrheit und Loyalität in der Familie, und Selbstbestimmtheit, welche Rolle sie in ihrer Familie und im übertragenen Sinne damit auch für ihr Volk spielen möchte.
Sabrina Qunaj schafft es auf eine mit- und herzzereissende Weise zu verdeutlichen, in welcher Situation sich die junge Frau befindet, die anfangs fast noch ein Kind ist - und wie pflichtbewusst diese die Verantwortung und dessen Konsequenzen im jungen Alter trägt.
Die Autorin zeichnet in ihrem neusten Roman eine Hauptfigur, die es schafft, trotz Rückschlägen und Zweifeln an ihren Werten und ihrem selbstbestimmten Weg zugunsten ihres Volkes festzuhalten. Eine Heldin, die der Leserschaft ein Vorbild sein kann, in einer Welt, in der noch immer für weibliche Selbstbestimmung gekämpft werden muss.
Die Geschichte Gwellians macht Lust auf mehr. Da der nächste Roman erst im Dezember erscheint, werde ich solange der Geschichte Nestas (Die Tochter des letzten Königs) folgen und damit das Geschehen aus einer neuen Perspektive betrachten.
Eine grosse Empfehlung für alle LeserInnen, die gern über die Geschichte Britanniens lernen wollen und alle, die Lust haben auf einen historischen Roman zum Einsteigen und/oder Geniessen.