Zum Inhalt: «See der Schöpfung» entführt nach Südfrankreich, wo sich Realität und Reflexion durchdringen. Die Erzählerin Sadie – einst Studentin, nun als eine Art Hobby-Agentin im Einsatz – soll im Auftrag eines anonymen Gönners die radikale Öko-Kommune «Le Moulin» auskundschaften. Deren Anführer, der 80-jährige Bruno Lacombe, lebt in einer Höhle und erzählt Sadie die Geschichte der Menschheit – von den Neandertalern bis heute. Bald verschwimmt für Sadie der Auftrag mit einer persönlichen Suche nach Erkenntnis.
Ein Zitat, das hängen bleibt: „Die Aktivistengruppe, die ich infiltrierte, war in der Hoffnung nach Schaffhausen gekommen, dort John-Deere-Gerätschaften zu sabotieren, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, dass Israel die Maschinen des Unternehmens benutzte, um illegal palästinensische Gebiete und Häuser damit platt zu walzen und manchmal Menschen gleich mit.“
→ Was für ein Monstersatz!
Meine Gedanken: So faszinierend die Ausgangslage auch ist – das Buch hat mich nicht vollends überzeugt. Zwischen spannenden Ideen und ausufernden Passagen schwankt die Erzählung immer wieder, als wüsste sie selbst nicht genau, ob sie philosophischer Dialog, politischer Kommentar oder literarisches Experiment sein will.
Mein Fazit: Viel Stoff zum Nachdenken – aber nicht immer gut erzählt. Wer Lust auf eine ungewöhnliche Erzählform hat, findet hier interessante Ansätze. Ich hätte mir mehr erzählerische Klarheit und weniger Abschweifungen gewünscht.