Architekt Charles Waterston ist mit Carole, einer Juristin, verheiratet. Beide sind erfolgreich in ihrem Beruf. Charles hat aber offenbar übersehen, dass Carole schon lange nicht mehr glücklich war, als sie ihn um die Scheidung bittet. Privat am Tiefpunkt angekommen, muss er nun auch beruflich Rückschläge hinnehmen, die ihn von London zurück nach New York führen. Unzufrieden, wie es mit den Projekten in Amerika läuft, wird ihm eine bezahlte Auszeit angeboten. In einem zweihundert Jahre alten Château in Neuengland findet er neuen Frieden. Als ihm eine Frau im Haus erscheint, denkt er an einen Streich der Nachbarn, doch dann findet er Tagebücher aus dem Jahre 1789. Es handelt sich um die Geschichte von Sarah Ferguson und François de Pellerin…
Erster Eindruck: Das Cover und der Buchtitel gefallen mir sehr gut.
Die Originalausgabe ist 1997 unter dem Titel „The Ghost“ erschienen.
Die Geschichte gliederte sich für mich in drei Teile und zwei Zeitebenen: Einerseits in der Gegenwart, wo Charles zu Beginn in London ist und dann in die USA zurückkehrt, und andererseits beginnend im Jahr 1789 mit Sarah Ferguson. Ich hatte das Gefühl, dass die Passagen mit Sarah Ferguson den grössten Teil ausmachten.
Der 42-jährige Charles hat mir gleich gut gefallen. Es schien ihn wirklich wie aus dem Nichts zu treffen, dass seine Frau Carole ein Verhältnis mit einem älteren Mann eingegangen ist und deshalb die Scheidung verlangte. Warum hat sie ihm nicht gesagt, dass sie unglücklich war? Hätte er es nicht merken müssen? Seine Chefs in Amerika haben in zurückbeordert; er muss dort eine Führungsstelle übernehmen. Doch er ist enttäuscht, wie konventionell die Projekte dort laufen, ganz anders, als er es aus den Jahren in Europa kannte. Und nun? Sein Weg führt ihn zufällig nach Shelburne Falls, wo er im „Bed and Breakfast Palmer“ übernachtet. Die 70-jährige Gladys Palmer, ein wunderbarer Mensch, spürt gleich eine Verbindung zu Charles. Sie vermietet ihm ihr Landhaus, das über 200 Jahre alte Château mit einer interessanten Geschichte.
Ich würde gerne ganz viel über Sarah Ferguson und ihre Geschichte erzählen, aber dann würde ich leider spoilern. Daher nur so viel: Sie war trotz oder gerade wegen ihrer Vergangenheit eine bemerkenswerte Frau mit viel Mut und Durchhaltewillen. Ihre Geschichte veranlasst Charles, über sein eigenes Leben und seine Zukunft nachzudenken.
Ein bisschen Mystik, Emotionen aller Art und der Glaube an die Liebe – all dies war hier enthalten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und hat mir sehr gut gefallen. Von mir gibt es (dank Sarah) 5 Sterne.