Das Buch hat mich vom Cover her bereits angesprochen. Ausserdem ist es schon eine Weile her, seit ich Science Fiction gelesen habe.
Besonders die Richtung, die das Buch eingeschlagen hat, hat mir sehr gefallen. Allein vom Cover und allem, hätte ich eher gedacht, dass es sich eben um ein eher klassisches Weltraumabenteuer handelt und in welchem Sazo eben nur ein netter, schräger Sidekick ist. Dass die Diskussion um KI so in den Vordergrund rückt und Sazo zu einer der zentralen Hauptfiguren wird, hätte ich nicht kommen sehen, aber ich mag die eingeschlagene Richtung umso mehr.
Sazo selbst kann sowieso als Figur strahlen, auch wenn sein Wandel selbst für eine KI etwas schnell von verschlossener Killermaschine zum denkenden Wesen gehandhabt wurde, so war es interessant zu sehen, wie er immer mehr an Rose zu hängen scheint. Gleichzeitig mag ich es, wie das Buch auch nicht allzu tief in die Frage über Ethik und KI geht. Das Buch bleibt noch immer ein Fiction Roman und er bleibt spannend. Manche Grenzen kann man dort eben einfach überschreiten, ohne gleich eine ganze Diskussion auszulösen und das mag ich hier sehr.
Auch die Welt wurde gut aufgebaut. Der Rat ist ein interessantes Konzept und das Wenige, was man von den fremden Planeten zu sehen bekommt, wirkt schon einmal vielversprechend.
Einzige zwei Minuspunkte, die ich habe, ist zum einen die Tatsache, dass Rose so komplett in die Welt eingesetzt wirkt und man nicht wirklich viel von ihr weiss. Sie wurde von der Erde entführt, man weiss vage etwas über ihre Hobbys und ihre Familie, aber sie denkt kaum über ihr Zuhause nach und vermisst es nie. Sie will ja grundlos nicht einmal zurück (und nur der Schutz ihrer Leute kann nicht die tragende Begründung sein, denn selbst dann hätte sie mehr damit zu kämpfen), aber das grosse Warum bleibt im Raum. Sie wirkt völlig distanziert in Bezug auf ihre Heimat und der Tatsache, dass sie in eine komplett neue Welt gebracht wurde.
Der zweite kleinere Mangel, den ich habe, ist die Tatsache, dass die Aliens so absolut gar nicht wie Alien wirken. Ich meine das nicht nur in Bezug auf das Aussehen (selbst dort hätte man wesentlich mehr machen können, ohne das menschenähnliche Wesen nicht gleich wie ein Tier aussehen zu lassen, z.B. mehr Behaarung, Musterungen, Schwimmhäute/Schuppen, mehr Extremitäten, andere Haltungen oder Behebungen unserer eigener «Evolutionsfehler», wie der Tatsache, dass wir mit dem gleichen Mund essen und auch atmen, etc.), sondern auch in Bezug auf die Gesellschaft. Jeder trägt KIeidung und besitzt eine Privatsphäre (wieso sollten andere Spezies nicht offener über ihren Körper sein, selbst wenn er genau gleich wie der eines Menschen aussieht?), ein Po zu berühren ist ebenso schlecht wie in der Menschenwelt (so etwas hätte auf einem anderen Planten auch genauso gut ein Zeichen grössten Respekts bedeuten können) und allesamt nutzen gleiche militärische und gesellschaftlich Aufstellungen und Titel. Selbst der besondere Musikmachen ist nur besonders in Bezug auf die Hinsicht, dass er eben die geschätzte Musik macht. Wieso sollte eine solche Person nicht auch politische Entscheidungsmacht auf einem anderen Planeten bekommen (der mit der besten Stimme hat das meiste Sagen). Es macht die Romanze weniger schräg, aber ich hätte lieber keine Romanze und dafür mehr alienartige Aliens gehabt.
Generell kommt man aber relativ schnell und gut durch die Geschichte hindurch. Es bleibt immer spannend und die Grundlage wurde mit diesem ersten Band schon einmal stark gesetzt. Es macht mich wirklich neugierig darauf, was weiterhin folgt und besonders, wie die weiteren KI-Systeme auf die Änderungen reagieren werden. Von mir gibt es vier Sterne dafür.