Das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre, die Hornley schafft, sie ist packend und fesselnd. Die Handlung ist gut durchdacht und enthält einige überraschende Wendungen, die das Lesen spannend gemacht haben. Allerdings empfand ich, dass es mitunter zu viele Wendungen gibt, was den Lesefluss manchmal etwas verwirrend erscheinen ließ.
Auch die Charakterentwicklung hätte an einigen Stellen noch vertieft werden können. Die Rollen einiger Figuren sind für mich teilweise unklar geblieben, ihre Bedeutung im Verlauf der Geschichte ist nicht immer eindeutig. Der Aufbau des Buches ist jedoch spannend gestaltet, vor allem durch die Kapitel, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechseln. Für mich ist das kein typischer Thriller, sondern eher ein Familiendrama mit psychologischen Elementen. Besonders beschäftigt hat mich die Thematik von Vertrauen und Verrat, die im Laufe der Handlung immer wieder aufkam und am Ende des Buches noch intensiver präsent war. Das Ende, insbesondere die Entwicklung der Protagonistin, hat mich wütend und enttäuscht zurückgelassen- vielleicht ist genau das die Absicht der Autorin.
Trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten. Ich würde „Bad Blood“ vor allem Lesern empfehlen, die weniger auf Gruselfaktor stehen und mehr auf psychologische Tiefe und überraschende Wendungen Wert legen. Für mich erhält das Buch 3 von 5 Punkten. Es ist ein spannender Roman, der gut unterhält, auch wenn einige Aspekte noch ausgebaut werden könnten.