Ich habe die Lost-Serie in nur wenigen Wochen verschlungen – eine intensive Reise voller Spannung und faszinierender Figuren, allen voran das Ermittlerteam, das mich durch jeden Fall getragen hat. Umso irritierender war es, dass im letzten Band „Lautlose Feinde“ genau dieses Team plötzlich keine tragende Rolle mehr spielte.
Die Handlung entfaltet sich weitgehend unabhängig von den Ermittlungen, wodurch die eigentlichen Protagonisten plötzlich wie Zaungäste wirken – beinahe so, als hätte der Autor eine neue Geschichte erzählt, sich aber nicht von der Serie trennen wollen.
Diese Veränderung wirkte für mich wie ein Bruch mit der Atmosphäre, die die Reihe zuvor ausgezeichnet hat. Die Nähe zu den Figuren, die emotionale Tiefe und die gewohnte Spannung – all das trat zugunsten eines distanzierteren Handlungsstrangs in den Hintergrund. Ich habe deutlich länger für den Roman gebraucht, weil sich das Lesen streckenweise schlicht „falsch“ anfühlte. Die Enttäuschung überwog.
Fazit: Ein ambitionierter Versuch, neue Wege zu gehen – der leider den Kern der Reihe aus den Augen verliert. Für mich nur 2 von 5 Punkten.