Die Handlung wird eingangs skizziert. Die kurzen Kapitel mit vielen wechselnden Perspektiven der Protagonisten und Auszügen aus einem Tagebuch sowie einigem Hintergrundwissen, was Schlafwandeln und die Schlafkrankheit “Resignation Syndrome” angeht, lassen einem das Buch zügig lesen. Die Spannung wird langsam aufgebaut, weil sich das Erwachen von Anna O. abzeichnet und damit die “Wahrheit” über ihren Fall.
Zwar wird der Thriller mehrfach angepriesen, aber mit einigen Tagen Distanz nach Beendigung der Lektüre fällt es mir schwer, in den Lobgesang einzustimmen. Zwar lässt sich das berufliche Engagement des Psychologen Ben Prince (der Name, ausgerechnet - Schneewittchen lässt grüssen!) für die schlafende Mörderin gut nachvollziehen, ohnehin angesichts seiner schwierigen persönlichen Situation, dennoch finde ich seine Introspektion als Ich-Erzähler nicht ganz schlüssig. Der Autor lässt hier die Lesenden ziemlich ins Leere laufen, so dass man sich am Schluss fragen muss, ob die von Ben erzählten Begebenheiten und seine Gedanken nicht alles Lug und Trug waren.
Die Auflösung der Geschichte kommt dann dennoch überraschend, aber ich fand sie aus den Charaktern her, welche sich nicht sonderlich sympathisch präsentieren, nicht sehr überzeugend. Der Thriller macht schlaflos, aber nur deshalb, weil einem beim Einschlafen immer mehr Schwachstellen des Buchs dämmern.