Nach einem unbedachten Bagatelldiebstahl kündigt Nat ihre gute Stelle und zieht in ein heruntergekommenes Haus in einem gottverlassenen Dorf. Die Bewohner beäugen sie mit Misstrauen – und sie misstraut so ziemlich allen. Das kaputte Dach lässt sie flicken von Andreas – als Bezahlung will er Sex mit ihr. Das Begehren in Nat erwacht, was als einmalige Dienstleistung gedacht war, wird zur beziehungslosen Beziehung. Immer tiefer lässt sich Nat in die Abhängigkeit fallen, immer tiefer wird ihr Misstrauen. Dass Andreas Schluss macht, stürzt sie in tiefe Abgründe. Schliesslich beisst ihr Hund ein Nachbarskind, und als Sündenbock verlässt sie das elende Dorf. Und plötzlich wird ihr klar, dass alles nötig war, um ihr nun wirklich einen Neuanfang in einem benachbarten Dorf zu ermöglichen.
Aus der Sicht von Nat wird eine bedrückende Misstrauens- und Einsamkeitsspirale erzählt, lähmende Vermutungen fressen sich buchstäblich in sie hinein, liebeshungrig scheint sie sich selbst zu verlieren. Subtil und meisterhaft geschriebene (Liebes-)Geschichte.
«Das Unbehagen des Glücks ist eine Idee, die sie inzwischen hartnäckig umtreibt – die Vorstellung von einem Glück, das den Samen der eigenen Zerstörung in sich trägt» (108)