Ich freue mich immer, wenn ich einen Krimi entdecke, der quasi vor meiner Haustür spielt. Das war auch hier mein erster Impuls und ich bin froh, dass ich ihm gefolgt bin.
Emelie ist sehr gut ausgebildet und hat sogar Kurse für Profiler in Amerika besucht. Nun braucht sie eine Stelle, um ihr Können zu beweisen und landet mangels Alternativen in Offenburg, das kein krimineller Hotspot ist. Sehr zum Missfallen ihres Vorgesetzten kommt es kurz nach ihrem Dienstantritt dennoch zu mehreren Morden. Jede Tat für sich scheint eindeutig einem bestimmten Milieu zuweisbar. Also schnelle Ermittlungserfolge für Emilie und wieder Ruhe im Revier ? Auf den zweiten Blick erweisen sich die Beweise als plakativ und der Verdacht liegt nahe, dass im beschaulichen Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Ich als Leser konnte diesen Verdacht nur bestätigen, denn ich weiß, wer der Täter ist. Es ist der Schwertträger, der all diejenigen zu strafen weiß, die Schuld auf sich geladen haben, die nie gesühnt wurde.
Die Kapitel, die dem Täter zugewiesen sind, fand ich sehr unheimlich. Ich hatte den Eindruck, es mit einem Dämon zu tun zu haben und nicht mit einer realen Person. Gleichzeitig habe ich ich Einblicke in die Nachforschungen erhalten und wie die Beamten verzweifelt versucht, die Identität des Täter zu erfahren. Doch es war die Jagd nach einem Phantom. Das hat Emilie sehr belastet, denn sie befürchtet, zu versagen. So fand ich es eine glückliche Fügung, dass sie Roman kennenlernt, den wir beiden sehr sympathisch fanden und der die Handlung etwas aufhellt.
Die Auflösung habe ich als tragisch empfunden, wenn auch einige Details für mich eher unrealistisch waren. Die Handlung war bis dahin packend. Besonders die Kapitel, in denen ER zu Wort kam. habe mich überzeugt. Ich wurde insgesamt gut unterhalten, wenn auch für mich beim Ende noch etwas Luft nach oben war.