„Abgrund“ von Lucy Goacher präsentiert sich als psychologischer Thriller, der jedoch zunächst nur schwer in Fahrt kommt. Der Einstieg in die Handlung wirkt langatmig und es dauert eine Weile, bis sich ein Gefühl für die Dynamik der Geschichte einstellt. Erst nach dem ersten Drittel beginnt der Plot, Fahrt aufzunehmen und das Genreversprechen eines Thrillers ansatzweise einzulösen.
Positiv hervorzuheben ist die Hauptfigur: Die Protagonistin ist gut ausgearbeitet, glaubwürdig und trägt einen Großteil der Spannung. Leider bleiben die übrigen Figuren eher blass und wenig einnehmend, sodass echte emotionale Bindung oder Mitfiebern über weite Strecken ausbleiben. Zwar entwickelt sich gegen Ende ein gewisser Spannungsbogen, doch bleibt das Buch insgesamt hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im Vergleich zu anderen Thrillern, die ich bereits lesen durfte 🙂